REHABILITATION UND BEHANDLUNG VON KRANKHEITSFOLGEN

Darstellung Gymnastik älterer MenschenNeben der eigentlichen Krebstherapie sind begleitende Maßnahmen wichtig. Dazu gehören nebender Rehabilitation auch die Behandlung
von Krankheitsfolgen wie Inkontinenz oder
erektile Dysfunktion.

Die Rehabilitation umfasst medizinische, psychotherapeutische, soziale und berufliche Maßnahmen, die eine Wiedereingliederung in Familie, Gesellschaft und Berufsleben ermöglichen sollen. Die meisten Versicherten haben über

Renten- oder auch Krankenversicherung Anspruch auf Leistungen im Rahmen der Rehabilitation, ob direkt im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung als Anschlussheilbehandlung (AHB) oder einige Zeit nach der ersten Behandlung. Bei privat Versicherten gilt der jeweilige Vertrag.

Die Rehabilitation nach der Operation oder der Strahlenbehandlung eines Prostatakarzinoms wird von der ärztlichen Leitlinie empfohlen, um später so gut wie möglich wieder am normalen Leben teilzunehmen zu können. Sie schließt Maßnahmen zur Verbesserung von Folgen der Krankheit und der Behandlung, z.B. unfreiwilliger Harnverlust (Inkontinenz) oder Probleme bei der Erektion ebenso ein wie psychoonkologische Unterstützungsangebote, um mit den Folgen der Krankheit leben zu lernen.

Die Rehabilitation soll möglichst ambulant erfolgen, sodass Sie nach der Behandlung in einer bestimmten Einrichtung jeden Tag wieder nach Hause gehen können. Die Rehabilitation kann aber auch in einer speziellen Rehabilitationsklinik stattfinden, wenn ambulante Maßnahmen nicht ausreichen. Eine besondere Form der medizinischen Rehabilitation ist die Anschlussheilbehandlung. Sie schließt sich unmittelbar an den Krankenhausaufenthalt an und muss bereits im Krankenhaus beantragt werden. Nach einer Krebsbehandlung ist sie unter bestimmten Voraussetzungen zu empfehlen.

Behandlung der Inkontinenz

Nach der Entfernung der Prostata wie auch der lokalen Strahlentherapie kommt es nicht selten zu unfreiwilligem Harnabgang beim Husten, Niesen oder Pressen (Stress- oder Belastungsinkontinenz). Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für dieses Problem, die sich auch ergänzen. Eine wichtige Rolle spielt die Beckenbodengymnastik. Wer die Übungen über längere Zeit regelmäßig macht, hat gute Chancen, wieder kontinent zu werden. Im Übrigen gewöhnen sich die meisten Patienten doch rasch an die Benutzung von Einlagen und anderer Hilfsmittel, auch wenn dies zunächst sehr ungewohnt und vielen Männern peinlich sein kann.

In jedem Fall sollten Sie das Thema Inkontinenz und Ihre individuellen Probleme im Umgang damit mit Ihrem Arzt vertrauensvoll und offen besprechen. Bei Dranginkontinenz kann man Ihnen auch medikamentös helfen. Bei schwerer, bleibender Inkontinenz können operative Verfahren die Situation verbessern.

Bei Fragen zum Thema Inkontinenz kann die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V. weiterhelfen.

Behandlung der erektile Dysfunktion

Die Erkrankung bzw. die Behandlung wirken sich auch auf das Sexualleben aus. Zwar geht die Fähigkeit zum Samenerguss verloren, die Erektionsfähigkeit bleibt aber nach einer Prostataentfernung oder einer lokalen Strahlentherapie meist zumindest teilweise, häufig aber auch ganz erhalten. Da der Wunsch nach sexuellem Kontakt, das Lustempfinden, das Gefühl im Penis und das Orgasmusgefühl bleiben, ist weiterhin eine sexuell befriedigende Partnerschaft möglich. Zur Behandlung von Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) können je nach Patientenwunsch unter anderem Medikamente (Phosphodiesterasehemmer), Vakuumerektionshilfesysteme oder Injektionen in die Schwellkörper eingesetzt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, gegebenenfalls auch im Beisein Ihrer Partnerin, über Ihre Probleme und Wünsche.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021