VERFÜGUNGEN FÜR DEN FALL DER FÄLLE

Jeder Bürger kann Vorsorge treffen für den Fall, dass er in einer Situation nicht mehr selbst bei medizinischen oder auch anderen Entscheidungen mitwirken kann. Neben der Patientenverfügung sind auch eine Vorsorgevollmacht und eine Betreuungsverfügung von Bedeutung, in der man bestimmen kann, was geschehen soll, wenn man selber nicht mehr entscheiden kann.

Patientenverfügung

Darstellung einer schreibenden HandPatienten können für den Fall, dass sie nicht mehr entscheidungsfähig sind, vorsorglich im Rahmen einer sogenannten Patientenverfügung auf von ihnen definierte lebenserhaltende oder lebensverlängernde Maßnahmen verzichten. Der in einer Patientenverfügung schriftlich niedergelegte Wille ist für den Arzt im Grundsatz bindend. Bei einer Patientenverfügung muss der Arzt im Einzelfall jedoch genau prüfen, ob die konkrete Situation derjenigen entspricht, die sich der Patient bei der Erstellung der Verfügung vorgestellt hatte. Deshalb ist es wichtig, genau die Maßnahmen zu beschrieben, die man für sich ausschließen möchte. Der Arzt soll auch prüfen, ob der in der Patientenverfügung geäußerte Wille zum Zeitpunkt der ärztlichen Entscheidung nach wie vor aktuell ist. Deshalb wird empfohlen, die Patientenverfügung einmal jährlich zu aktualisieren. Dazu genügt, wenn sich nichts an Ihren Wünschen geändert hat, gegebenenfalls ein neues Datum mit Unterschrift unter dem Dokument.

Der Patient kann in einer Patientenverfügung Vertrauenspersonen benennen und den Arzt ihnen gegenüber von der Schweigepflicht entbinden. Besprechen Sie Ihre Vorstellungen mit Ihren Angehörigen, denn sie können helfen, in einer solchen Situation Ihren Willen durchzusetzen.

Informationen zu Patientenverfügungen können beispielsweise beim Bundesministerium für Justiz, den Landesgesundheitsbehörden, Ärztekammern, Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbänden, Verbraucherzentralen, Patientenorganisationen oder Sozialstationen angefordert werden. Bei medizinischen Fragen kann Ihnen Ihr Hausarzt helfen, den Sie im Übrigen unbedingt über Ihre Verfügung informieren sollten. Außerdem sollten Sie ihn und vertraute Angehörige darüber informieren, wo Sie Ihre Patientenverfügung aufbewahren.

Vorsorgevollmacht

In einer Vorsorgevollmacht können Sie eine oder mehrere Personen benennen, die bereit sind, im Falle eines Falles für Sie zu handeln. Sie können dort auch Anweisungen geben, wie Ihre Angelegenheiten zu regeln sind. Dabei können Sie die Vollmacht allgemein erteilen oder auf bestimmte Bereiche beschränken, z.B. nur auf Gesundheitsangelegenheiten. Am besten beziehen Sie die betreffenden Personen gleich in die Abfassung der Vollmacht mit ein, um sicher zu stellen, dass sie damit einverstanden sind. Bei umfassenden Vollmachten, z.B. auch in finanzieller Hinsicht, sollten Sie den Rat eines Rechtsanwalts oder Notars einholen.

Betreuungsverfügung

Wenn Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können, wird vom Vormundschaftsgericht ein Betreuer eingesetzt. Wollen Sie selbst bestimmen, wer Ihr Betreuer in einem solchen Falle sein soll, empfiehlt sich eine Betreuungsverfügung. Der von Ihnen benannte Betreuer regelt alle Ihre Angelegenheiten, ob finanziell oder organisatorisch. Er kann auch helfen, Ihren in der Patientenverfügung erklärten Willen durchzusetzen.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021