SOZIALE HILFEN

Rehabilitation

Die meisten Versicherten haben Anspruch auf Leistungen im Rahmen der Rehabilitation, ob direkt im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung als Anschlussheilbehandlung (AHB) oder einige Zeit nach der ersten Behandlung als stationäre Behandlung oder als Bündelung ambulanter Maßnahmen, wenn der Patient nicht noch einmal ins Krankenhaus möchte. Leistungsträger ist bei gesetzlich Versicherten meist die Rentenversicherung oder auch die Krankenkasse. Bei privat Versicherten gilt der jeweilige Vertrag. Zur Rehabilitation können auch Leistungen zur Wiedereingliederung am Arbeitsplatz und weitere Unterstützungen gehören.

Sozialleistungen

Bei längerer eingeschränkter Erwerbsfähigkeit haben Sie Anspruch auf einige Sozialleistungen. Umfassende Informationen dazu finden Sie im kostenlosen „Wegweiser zu Sozialleistungen. Die blauen Ratgeber 40“ der Deutschen Krebshilfe (vergl. Adressen, die weiterhelfen). Auch alle Sozialleistungsträger (Krankenkassen, Rentenversicherungsträger, die regionalen oder städtischen Sozialämter, Versorgungsämter, Arbeitsämter) geben Auskunft.

Schwerbehinderung

Jeder Mensch mit einer Tumorerkrankung hat nach Diagnosestellung für fünf Jahre den gesetzlichen Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Die prozentuale Einstufung, die über die Vergünstigung und verschiedene Rechte und Anspruch auf bestimmte Hilfen entscheidet, richtet sich nach dem ärztlichen Befundbericht. Die Feststellung der Behinderung und deren Grades muss beim Versorgungsamt beantragt werden.

Krankengeld

Abbildung Euro-GeldscheineNeben der Kostenübernahme für ärztliche Behandlung und Krankenhausbehandlung zahlen die gesetzlichen Krankenkassen Krankengeld, wenn die Krankheit den Patienten arbeitsunfähig macht oder er auf Kosten der Krankenkasse stationär in einem Krankenhaus, einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung behandelt werden muss. Das Krankengeld wird wegen derselben Krankheit für höchstens 78 Wochen einschließlich Lohnfortzahlung innerhalb von drei Jahren gezahlt. Die Höhe des Krankengeldes richtet sich nach dem regelmäßigen Bruttoarbeitsentgelt. Während des Krankengeldbezuges entscheidet der behandelnde Arzt regelmäßig über die weitere Arbeitsunfähigkeit.

Berentung

Man sollte rechtzeitig überlegen, ob die Arbeitsfähigkeit wiedererlangt werden kann oder ein Antrag auf Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente gestellt werden soll. Die dreistufige Erwerbsminderungsrente regelt den Anspruch vor dem Eintritt in die Regelaltersrente. Die volle Erwerbsminderungsrente erhält, wer weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Bei Vollendung des 65. Lebensjahres wird die Erwerbsunfähigkeitsrente in die Altersrente umgewandelt.

Ist aus medizinischer Sicht zu erwarten, dass der Patient seine Arbeitsfähigkeit nicht wiedererlangen wird, empfiehlt es sich für einen nahtlosen Übergang von der Krankengeld- zur Rentenzahlung, einen Rentenantrag zu stellen (beim zuständigen Rentenversicherungsträger, anderen Leistungsträgern, Gemeinden oder den amtlichen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland). Ist nach Beendigung des Krankengeldes über den Rentenantrag noch nicht entschieden, kann der Versicherte beim Arbeitsamt eine Überbrückungshilfe beantragen.

Häusliche Krankenpflege

Darstellung Pflegerin und PatientDer Anspruch der Versicherten auf Krankenbehandlung umfasst außerdem die häusliche Krankenpflege, die vom Arzt verordnet wird. Es gibt zwei Formen der häuslichen Krankenpflege: Durch die Krankenhausvermeidungspflege soll ein Krankenhausaufenthalt verkürzt oder vermieden werden. Die häusliche Krankenpflege zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung erhalten Versicherte, wenn eine Krankenhausbehandlung zwar ärztlich erforderlich, jedoch aus verschiedenen Gründen nicht durchführbar ist. Kann ein Patient beispielsweise vorzeitig entlassen werden, kann die weiterhin notwendige Krankenhausbehandlung durch die häusliche Krankenpflege ersetzt werden.

Die Krankenkassen leisten dann als gesetzliche Pflichtleistung Grundpflege (Körperpflege, Ernährung usw.), Behandlungspflege (medizinische Versorgung wie Verabreichung von Spritzen, Wundversorgung etc.) und die hauswirtschaftliche Versorgung wie Einkaufen und Putzen.

Beratung und Hilfe bei der Beantragung der häuslichen Krankenpflege erhalten Sie bei Ihrer Kranken- bzw. Pflegekasse, Pflegestützpunkten, den ambulanten Pflegediensten oder privaten Pflegeorganisationen und im Krankenhaus beim Krankenhaussozialdienst.

Pflegeversicherung

Ist ein Mensch auf Dauer besonders pflegebedürftig, kann unter bestimmten Voraussetzungen die Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden. Die Leistungen können sowohl für die häusliche Pflege als auch für die Heimpflege erbracht werden. Die Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz sind bei der Pflegeversicherung Ihrer Krankenkasse zu beantragen. Dort berät man Sie auch bei Fragen und hält die notwendigen Formulare bereit. Nach der Antragsstellung nimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen eine Begutachtung vor, nach der über das Vorliegen einer Pflegestufe entschieden wird. Die Pflegestufe legt die Höhe der Leistungen fest. Lebt der Pflegebedürftige zuhause, kann Pflegegeld für die Betreuung und Pflege durch Angehörige gezahlt werden oder Pflege-Sachleistungen für die Unterstützung durch professionelle Pflegedienste.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021