ERNÄHRUNG

Darstellung von ObstAlle Ratschläge zur Ernährung von Krebspatienten zielen darauf ab, durch eine richtige Ernährung den Allgemeinzustand zu verbessern oder zu erhalten und einer möglichen Mangelernährung vorzubeugen. Eine „Anti-Krebs-Diät“,
durch die eine Krebserkrankung in ihrem Wachstum beeinflusst oder gar zurückgedrängt werden könnte, gibt es nicht. Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung sollte viel Obst, Gemüse und Salat enthalten. Empfohlen werden fünf etwa faustgroße Portionen am Tag (Kampagne „5 am Tag“ der Weltgesundheitsorganisation). Auch ein Glas Saft kann dabei sein. Neben Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in Obst und Gemüse kommt auch den Ballaststoffen, eigentlich unverdaulichen Rückständen von Pflanzenfasern und -schalen, eine wichtige Rolle zu. Das gilt auch für Vollkornprodukte, die als Kohlenhydratlieferanten empfohlen werden. Wertvolle Fette sind vor allem Pflanzenfette wie Raps- und Olivenöl, aber auch Fischöle aus fettem Seefisch. Dass eine solche Kost schmackhaft sein kann, zeigt die so genannte „mediterrane Ernährung“, wie sie beispielsweise in Griechenland traditionell üblich war. Rezepttipps finden sich in zahlreichen Broschüren, die es kostenlos bei Krankenkassen oder verschiedenen Gesundheitsorganisationen gibt.

Bedeutung der Ernährung bei Krebs

Eine gesunde Ernährung ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Körpers, zur schnelleren Erholung und damit eine selbst aktiv durchführbare Abwehrstrategie im Kampf gegen den Krebs. Eine Ernährungstherapie wird auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Patienten sowie seine Vorlieben und eventuellen Unverträglichkeiten abgestimmt. Ein guter Ernährungszustand ist für den Patienten sehr wichtig: Einer körperlichen Auszehrung durch die Erkrankung wird vorgebeugt, Aussehen, Leistungsfähigkeit, Allgemeinbefinden und damit auch die Lebensqualität des Patienten werden verbessert. Auch die Überlebenszeit lässt sich so verlängern. In jedem Fall wird man Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte wählen, die dem Patienten genügend Kalorien, Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente zuführen.

Genügt eine Beratung oder ein solcher eigens zusammengestellter Ernährungsfahrplan nicht mehr, kann die Nahrung mit Trinknahrung oder anderen besonders energiereichen Nahrungsergänzungen (Astronautenkost) aus der Apotheke ergänzt werden. Diese wird vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt.

Erst wenn ein Patient trotz aller Bemühungen über einen längeren Zeitraum hinweg nicht genügend Nahrung zu sich nimmt, greift man zur Ernährung über die Sonde (enterale Ernährung) oder im letzten Schritt zur intravenösen Ernährung (parenterale Ernährung).

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021