BEWEGUNG UND SPORTLICHE AKTIVITÄT

Körperliche Aktivität hat in jeder Lebenssituation positive Auswirkungen auf die Gesundheit: Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Immunsystem werden trainiert. Insgesamt kommt es zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit im Alltag. Licht und Luft bessern zudem die Stimmungslage.

Die richtige Dosis

Mann im Park beim DehnenGünstig ist nicht Sport um jeden Preis, sondern das für den Einzelnen richtige Maß an körperlicher Betätigung. Eine zu starke Belastung schadet und hat keinen positiven Effekt. Die „richtige Dosis“ an Bewegung kann auch die Behandlung und Nachsorge von Tumorpatienten unterstützen. Eine generelle Schonung ist nur in Einzelfällen zu empfehlen. Bei jedem Patienten müssen individuelle Ausgangssituation und eventuelle Einschränkungen berücksichtigt werden. Deshalb ist es ratsam, vor Aufnahme der sportlichen Betätigung den behandelnden Arzt zu fragen.
 

Gut für die Stimmungslage

Sport hat auch einen günstigen Einfluss auf die Psyche und kann so das allgemeine Wohlbefinden steigern und den durch die Belastung der Krebserkrankung hervorgerufenen psychischen Stress reduzieren. Sportliche Betätigung, besonders in Sportgruppen der Krebsnachsorge oder bestimmten Reha-Gruppen kann auch eine soziale Bedeutung haben - lernt man doch zusammen mit anderen Betroffenen den Umgang mit dem veränderten Körper und den körperlichen Defiziten. Nach einer radikalen Prostatektomie beispielsweise kann das ein Kontinenztraining oder eine Gruppe zur Beckenbodengymnastik sein.
 

Beckenbodengymnastik ergänzt die Therapie

Wurde die Prostata entfernt (vergl. Behandlung der Inkontinenz), kann es zumindest zeitweise zu Problemen mit der Kontinenz kommen. Um dem unfreiwilligen Harnabgang entgegenzuwirken, stellt das Kontinenztraining bzw. die Beckenbodengymnastik einen zentralen Bestandteil der Therapie dar. Die Beckenbodengymnastik wird unter Anleitung erlernt und sollte regelmäßig (täglich) durchgeführt werden, denn sie ist eine Voraussetzung für Kontinenz und damit den Erhalt von Lebensqualität.

Der Beckenboden besteht aus einem handtellergroßen, handtellerdicken Muskel zwischen Schambein und Steißbein und trägt die inneren Organe des Bauch- und Beckenraums. Die regelmäßige Beckenbodengymnastik trainiert das willentliche Anspannen und Entspannen dieser Muskelpartie. Die Kontinenzschwäche besser sich dadurch oft schon nach wenigen Wochen. Das richtige Anspannen wird meist in der Rehabilitation erlernt. Ratgeber sind unter anderem bei den Krankenkassen erhältlich.

Körperliche Betätigung während und nach der Chemotherapie

Mann beim Wandern im GrünenAuch nach und während einer Chemotherapie kann moderate körperliche Belastung hilfreich sein. Ausschließliche Schonung hat einen Muskelabbau und damit eine weitere Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit zur Folge. Mäßige körperliche Aktivität hilft, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und die Fähigkeit zur Bewältigung des normalen Alltags zu verbessern. Vorsicht ist geboten bei Besuchen von Sauna oder Schwimmbad! Das kann eine besondere Belastung für das Herz-Kreislauf-System darstellen und mit einem erhöhten Infektionsrisiko einhergehen. Bitte fragen Sie vorher Ihren Arzt.

 

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021