ALTERNATIVMEDIZIN

Abbildung chinesische AlternativmedizinViele Krebspatienten möchten den eigenen Heilungsprozess durch natürliche und traditionelle Heilmittel unterstützen in der Hoffnung, dass diese helfen, ohne Nebenwirkungen zu haben. Bei allen alternativmedizinischen Verfahren sollte man sich sehr gut vorab informieren, denn auch hier kann es zu Nebenwirkungen kommen oder gar zu einer ungewollten Förderung des Krebses. Über die eingesetzten Wirkstoffe ist häufig zu wenig bekannt, um den Einsatz auf Basis medizinischer Daten empfehlen zu können.

Pflanzliche Inhaltsstoffe

Schwierig zu beurteilen ist der Einfluss von Soja- und Rotkleeprodukten auf das Prostatakarzinom. Die Inhaltsstoffe, Phytoöstrogene wie Genistein oder Daidzein, werden in der Prostata angereichert und sollen in einem frühen Krebsstadium eine positive Wirkung auf einen auf die Prostata begrenzten Tumor haben. Allerdings gibt es ebenfalls Hinweise, wonach Sojaprodukte bei einem fortgeschrittenen Prostatakrebs eher das Krebswachstum steigern sollen.

Auch für das besonders in Tomaten enthaltene Lycopin sind die Daten aus Studien zur Behandlung des Prostatakrebses unklar. Ein vorbeugender Effekt scheint dagegen zu bestehen.

Das gilt auch für Grünen Tee – ob als Heißgetränk oder als Teeextrakt. Studien bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom haben aber keinen Hinweis erbracht, dass bereits bestehende Tumore auf Grünen Tee ansprechen.

Vorsicht ist geboten bei Ginsengpräparaten, einem in Südostasien sehr beliebten Stärkungsmittel für Immunsystem, Herz und Leber. Es kann den PSA-Spiegel beim Prostatakarzinom beeinflussen.

In der anthroposophischen Medizin wird bei Krebserkrankungen häufig eine Misteltherapie eingesetzt. Nach heutiger Kenntnis kann dies möglicherweise positive Effekte auf das Immunsystem und die Lebensqualität haben, eine Wirkung direkt auf die Tumorzellen konnte aber bisher nicht gezeigt werden.

Beraten lassen

Darstellung Arzt und PatientEgal welche Naturheilmittel Sie nutzen, Sie sollten es Ihrem    behandelnden Arzt mitteilen, damit er Sie zum Beispiel wegen möglicher Wechselwirkungen mit der „schulmedizinischen“ Therapie beraten kann.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021