HÄUFIGKEIT

In Deutschland werden derzeit jedes Jahr über 60.000 Prostatakarzinome neu diagnostiziert. Damit ist Prostatakrebs bei uns die häufigste Krebserkrankung des Mannes (siehe Abbildung).

Prozentualer Anteil der häufigsten Tumorlokalisationen an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland 2016 (ohne nicht-melanotischen Hautkrebs)
Quelle: Krebs in Deutschland für 2015/2016, 12. Ausgabe, Robert-Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin 2017

In der Statistik der Krebssterbefälle für das Jahr 2016 steht das Prostatakarzinom in Deutschland an zweiter Stelle der krebsbedingten Todesfälle der Männer. Bezogen auf 100.000 Männer sterben etwa 20 an einem Prostatakarzinom, wobei die Sterberate bei den Männern zwischen 20 und 60 Jahren sehr niedrig liegt.

Das mittlere Erkrankungsalter liegt derzeit bei 70 Jahren. Nur selten tritt Prostatakrebs bei Männern vor dem 50. Lebensjahr auf. Nicht jeder der meist älteren Männer, die an einem Prostatakrebs erkranken, sterben ohne Behandlung daran. Man geht davon aus, dass drei von zehn Männern über 70 Jahren ein „schlafendes“ (latentes) Prostatakarzinom haben, das sich nicht verändert und lebenslang auch keine Beschwerden hervorrufen wird. Dieser mögliche günstige Verlauf bei sehr gutartigen Tumoren beeinflusst auch die Wahl der Behandlungsmethoden.

Von 1970 bis etwa 2003 stieg die altersstandardisierte Inzidenz des Prostatakarzinoms in Deutschland kontinuierlich an. Seitdem ist eine Stabilisierung und bei den über 75-Jährigen sogar ein Rückgang zu beobachten. Ein ähnlicher Verlauf findet sich in den meisten europäischen Ländern. Nach einem Anstieg bis Mitte der 1990er Jahre ist die altersstandardisierte Mortalität beim Prostatakrebs in Deutschland zunächst kontinuierlich gesunken, seit etwa 2007 ist kein deutlicher Rückgang mehr erkennbar.[1]

Warum es zum Prostatakarzinom kommt und welche Möglichkeiten der Vorbeugung es gibt, ist derzeit nur ansatzweise bekannt.

Referenzen:

  1. Krebs in Deutschland für 2013/2014. 11. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2017

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021