DAS REZIDIV

Tropfen aus Pipette ins ReagenzglasSteigt der PSA-Wert bei den Nachkontrollen an,  weist dies auf ein mögliches erneutes Wachstum des Krebses hin.  Einen Rückfall (Rezidiv) erleiden nach der Behandlung etwa drei von zehn Männern. Definiert ist es nach radikaler Prostataentfernung durch einen PSA-Wert-Anstieg von mehr als 0,2 ng/ ml (bestätigt durch zwei Messungen), bzw. wenn nach einer Bestrahlung der PSA-Wert um mehr als 2 ng/ml über dem tiefsten Wert liegt, der nach der Bestrahlung gemessen wurde (bestätigt durch eine zweite Messung). Der Anstieg sollte immer durch eine zweite Messung bestätigt werden. Bei vorangegangener Strahlentherapie kann die digital-rektale Tastuntersuchung weiteren Aufschluss darüber geben, ob Sich in der Prostataregion erneut Krebsgeschwülste gebildet haben.

Steigende PSA-Werte können nicht nur durch ein lokales Rezidiv hervorgerufen werden, sondern auch durch Metastasen an anderen Orten des Körpers. Eine solche Metastasierung lässt sich meist mit der Magnetresonanztherapie, der Computertomographie oder der Knochenszintigraphie ausschließen. Diese Untersuchungen sind jedoch nur sinnvoll, wenn verdächtige Beschwerden bzw. ein hoher PSA-Wert vorliegen.

Vorgehen bei Rezidiv

Ein Rezidiv muss nicht in jedem Fall behandelt werden, sondern kann unter Umständen zunächst erst einmal weiter beobachtet werden. Die Zeit bis zur Verdoppelung des PSA-Wertes kann dem Arzt einen Hinweis auf die Aggressivität der Krebserkrankung geben.

Zur genauen Planung des weiteren Vorgehens können unter Umständen zusätzliche Untersuchungen hilfreich sein:

  • Ein Rezidiv nach Strahlentherapie sollte nach Meinung der Experten mit einer Gewebeprobe (Biopsie) gesichert werden, wenn eine Operation für den Patienten in Frage kommt.
  • Ein Rezidiv nach einer Operation soll nach Meinung der Experten dagegen nicht durch eine Gewebeprobe gesichert werden.
  • Nur wenn der Patient Beschwerden hat  oder eine weitere Behandlung erwägt, sollen nach Meinung der Experten bildgebende Verfahren eingesetzt werden.
  • Eine Skelettszintigraphie zur Abklärung von Knochenmetastasen soll nach Meinung der Experten nur erfolgen, wenn der Patient Beschwerden hat oder der PSA-Wert zu zwei aufeinander folgenden Meßzeitpunkten über 10 ng/ml liegt.

Grundsätzlich kommt neben der weiteren Beobachtung als Behandlung des auf die Prostataregion begrenzten Rezidivs eine Bestrahlung infrage, wenn die Erstbehandlung eine Operation war, oder auch eine Operation, wenn die Erstbehandlung eine Bestrahlung war. Die Operation ist in diesem Fall allerdings häufiger mit Komplikationen wie lnkontinenz, Verletzungen des Enddarms, Verengungen des Blasenhalses oder Verlust der Potenz verbunden, als wenn sie als erste Therapie durchgeführt wird. Häufig haben sich bei der Entdeckung eines Rezidivs aber bereits Metastasen entwickelt. Dann kommt eine Hormonentzugstherapie infrage.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021