OPERATION - DIE RADIKALE PROSTATEKTOMIE

Die komplette operative Entfernung der Prostata, die sogenannte radikale Prostatektomie, ist das operative Standardvorgehen (vergl. Abbildung).

Operative Entfernung der Prostata

Sie ist in der Regel eine Therapie für Patienten mit einer hohen Heilungs- bzw. Langzeitüberlebenschance. Tatsächlich können sieben von zehn Männern mit einem allein auf die Prostata beschränktem Karzinom, das die Kapsel des Organs noch nicht erreicht hat, so geheilt werden. Ziel ist eine vollständige Entfernung des Karzinoms: Bei der anschließenden feingeweblichen Untersuchung sollen die Schnittränder frei von Krebszellen sein. Nach der Entfernung der Prostata fällt der PSA-Wert innerhalb weniger Wochen unter die im Labor nachweisbare Grenze ab.

Für die radikale Prostatektomie gibt es drei Operationswege:

  • über einen Unterbauchschnitt (retropubische radikale Prostatektomie)
  • über eine Bauchspiegelung (laparoskopische Prostatektomie)
  • mittels eines Dammschnitts (perineale radikale Prostatektomie).

Beim Bauchschnitt oder Laparoskopie können auch Lymphknoten entfernt werden, um diese auf eine mögliche Absiedlung von Tumorzellen zu untersuchen.

Risiken der Operation

Die Operationstechnik hat sich im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich verbessert, so dass die Risiken bei einem erfahrenen Operateur gering sind. Dank immer modernerer nervschonender Operationsverfahren führt die Entfernung der Prostata heute nicht zwingend zum Verlust der Potenz. Außerdem kann es als Folge der Operation zur Inkontinenz kommen, die sich aber in vielen Fällen zurückbildet.

Allerdings besteht nach einer nervschonende Operation ein erhöhtes Rückfallrisiko. Es muss daher sorgsam überlegt sein, wann eine nervschonende Operation sinnvoll ist. Bei sehr kleinem Prostatakarzinom bietet sich eine nervschonende Operation an, wenn der PSA-Wert niedrig und der Tumor sehr klein ist. Weniger geeignet ist die nervschonende Operation beispielsweise bei größeren Tumoren sowie bei schlecht differenzierten Tumoren, die sich nur schwer vom gesunden Gewebe abgrenzen lassen. Ob nervschonend operiert werden kann, muss im Einzelfall mit dem operierenden Arzt besprochen werden.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021