CHEMOTHERAPIE

Hat der der Tumor bereits Absiedelungen in anderen Organen (Metastasen) gebildet, ist die moderne Chemotherapie mit so genannten Zytostatika eine wichtige Therapieoption. Obwohl metastasierte Tumore nicht mehr geheilt werden können, gelingt es damit häufig, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, Beschwerden wie z.B. Schmerzen zu lindern und eine gute Lebensqualität für den Patienten zu ermöglichen. Darüber hinaus konnten moderne Zytostatika in Studien sogar die Überlebenszeit verlängern.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind eine Schmerztherapie mit Medikamenten, eine Strahlentherapie und die Behandlung mit Bisphosphonaten sowie die Behandlung mit Kortison, die ebenfalls gegen Schmerzen, aber auch gegen Müdigkeit und Appetitlosigkeit hilft und so die Lebensqualität günstig beeinflusst. Lebensverlängernd wirken diese Maßnahmen im Gegensatz zur Chemotherapie nicht.

Chemotherapie

Medizinbeutel und SchlauchZytostatika greifen in verschiedenen Mechanismen des Zellstoffwechsels oder der Zellvermehrung ein und lösen so den Tod von Tumorzellen aus. Sie wirken vor allem auf die sich schnell vermehrenden Tumorzellen. Da sich auch andere – gesunde – Körperzellen häufig teilen (wie z.B. blutbildende Zellen des Knochenmarks, Haarwurzelzellen, Zellen der Schleimhäute), können diese in Mitleidenschaft gezogen werden. Daraus resultieren je nach Medikament und Dosierung unterschiedliche Wirkungen und Nebenwirkungen.

Da sich beim Prostatakarzinom die Zellen fast immer nur langsam teilen und damit der Tumor sehr langsam wächst, spielte die Chemotherapie früher eine eher untergeordnete Rolle. Das hat sich geändert, seitdem die Taxane Eingang in die Therapie gefunden haben (s.u.). Bei den Taxanen handelt es sich um zytostatische Wirkstoffe, die aus der Eibe gewonnen werden. Aktuelle Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Prostatatumoren auf einige dieser Substanzen sehr gut ansprechen.

Taxane

Für einige Vertreter der Taxane konnte eine sehr gute Wirksamkeit beim Prostatakarzinom unter Beweis gestellt werden. Dies äußert sich auch in einem deutlichen und raschen Rückgang des PSA-Spiegels. Das führt nicht nur zu einer besseren Schmerzkontrolle und einer Verbesserung des Allgemeinzustandes der behandelten Patienten, sondern es konnte erstmals auch die Überlebenszeit deutlich verlängert werden.

Eine Chemotherapie mit Taxanen kommt infrage, wenn der Tumor metastasiert ist und der Gesundheitszustand ansonsten noch gut ist. Eine häufige Nebenwirkung der Chemotherapie ist eine Infektionsneigung durch die Abnahme der weißen Blutkörperchen, die sich meist bis zur nächsten Chemotherapie wieder zurückbildet.

Inzwischen wurde ein weiterer Vertreter der Wirkstoffgruppe der Taxane zugelassen, der beim kastrationsresistenten Prostatakarzinom eingesetzt werden kann, wenn eine Erstlinien-Chemotherapie mit einem Taxan nicht mehr anschlägt.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021