BEHANDLUNG VON KOMPLIKATIONEN UND SCHMERZEN

Therapie der Knochenmetastasen

Die Metastasen, die insbesondere häufig in den Knochen auftreten, können zu Schmerzen und Knochenbrüchen führen. Neben der systemisch auch auf Knochenmetastasen wirkenden Chemotherapie stellt die palliative Strahlentherapie eine lokal begrenzte, aber effektive Behandlungsmaßnahme mit relativ wenig Nebenwirkungen dar. Die Bestrahlung einzelner Knochenmetastasen und Knochenbereiche wird vor allem bei starken lokalen Schmerzen angewendet und bei der Gefahr von Knochenbrüchen an bestimmten Teilen des Skeletts.

Eine Möglichkeit der Behandlung vieler Knochenmetastasen ist die Bestrahlung von innen durch die Gabe radioaktiver Substanzen, die sich in den erkrankten Knochenbereichen einlagern (Radionuklide). Bei tragenden Knochen, z.B. der Wirbelsäule, kann auch eine Operation zur Stabilisierung gefolgt von einer Nachbestrahlung hilfreich sein.

Zur Behandlung der Knochenmetastasen und zur Schmerzlinderung kommen heute häufig die auch bei der Behandlung der Osteoporose eingesetzten Bisphosphonate zum Einsatz. Sie lagern sich an die Knochensubstanz an und hemmen den Knochenabbau. Beim Prostatakarzinom ist der Nutzen in klinischen Studien für Zoledronsäure in Kombination mit Vitamin D belegt. Wenn Sie Bisphosphonate erhalten sollen, wird empfohlen, bereits vor Beginn der Behandlung einen Zahnarzt aufzusuchen. Bisphosphonate können Schäden am Kieferknochen verursachen, die frühzeitig erkannt werden sollten.

Andere Komplikationen

Der wachsende Tumor kann durch Druck auf Harnwege und Enddarm Probleme verursachen. Hier kann eine Schienung der Harnleiter oder die Entfernung von Tumorgewebe durch die Harnröhre hindurch (transurethrale Resektion der Prostata = TURP) hilfreich sein.

Schmerztherapie

Blaue PillenEine fortgeschrittene Krebserkrankung der Prostata kann sehr schmerzhaft sein. Doch solche Schmerzen müssen Sie nicht ertragen. Wenn sich die Ursache der Schmerzen durch eine operative Entfernung des Tumors durch eine Bestrahlung oder die Chemotherapie nicht beheben lässt, helfen schmerzstillende Medikamente. Ziel ist, eine möglichst gute Lebensqualität bei minimalen Nebenwirkungen zu erreichen.

Schmerzmittel werden in zwei Gruppen eingeteilt: die nicht-opioidhaltigen und die opioidhaltigen Medikamente. Zur ersten Gruppe gehören Wirkstoffe wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Diclofenac. Die Gruppe der opioidhaltigen Medikamente wird noch einmal unterteilt in schwache Opioide (wie z.B. Codein) und starke Opioide. Die Opioide (Abkömmlinge des Morphiums) greifen auf verschiedene Art und Weise in die Schmerzleitung, die Schmerzwahrnehmung und die Schmerzverarbeitung ein.

Leider sind Vorurteile oder Bedenken gegen eine Opioidtherapie immer noch sehr verbreitet. Befürchtet werden Nebenwirkungen oder eine drohende Abhängigkeit. Eventuell auftretende Nebenwirkungen (z.B. Verstopfung oder Übelkeit) lassen sich jedoch behandeln oder vorbeugen. Die Gefahr der Abhängigkeit während der Schmerztherapie besteht nicht. Die effektive Schmerzlinderung und der Gewinn an Lebensqualität sind eindeutige Vorteile der Opioidtherapie, die die Nebenwirkungen deutlich überwiegen.

Die verschiedenen Schmerzmittel werden so dosiert, dass ein Wiederauftreten der Schmerzen verhindert wird. Die nächste Dosis des Schmerzmittels wird deshalb schon eingenommen, bevor die Wirkung der letzten nachgelassen hat.

Jede Schmerzbehandlung mit Medikamenten soll laut ärztlicher Leitlinien durch andere Maßnahmen unterstützt werden, zum Beispiel durch die pflegerische oder physiotherapeutische Begleitung oder die Ergänzung mit anderen Arzneimitteln wie Antidepressiva oder Abführmitteln.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021