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WEITERE METHODEN - AUF DER SUCHE NACH METASTASEN

Hat sich das Prostatakarzinom in benachbarte Regionen bzw. in andere Organe ausgebreitet und Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet, liegt eine metastasierte Erkrankung vor. Da sich die Behandlung in dieser Situation grundlegend von der Behandlung des Prostatakarzinoms, das noch auf die Vorsteherdrüse begrenzt ist, unterscheidet, muss im Vorfeld geklärt werden, ob es Metastasen gibt oder nicht. Dazu dienen verschiedene weitere Untersuchungen.

Röntgen-Thorax

Röntgenaufnahme BrustkorbRöntgenaufnahmen des Brustkorbes (Thorax) zeigen, ob sich in der Lunge Metastasen gebildet haben. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass der Nachweis von Lungenmetastasen mit der Computertomographie (CT) des Brustkorbes zuverlässiger (sensitiver) ist, weshalb im Einzelfall das CT dem Röntgen vorzuziehen ist.

Knochenszintigraphie

Prostatakrebs bildet besonders häufig Tochtergeschwulste im Skelett. Mehr als acht von zehn Patienten mit einem metastasierten Prostatakarzinom weisen Knochenmetastasen auf. Bei vielen Patienten ist das Skelettsystem der erste und über lange Zeit einzige Metastasierungsort.

Die Knochenszintigraphie identifiziert Regionen im Knochen bzw. Skelettsystem, in denen der Knochenstoffwechsel verändert bzw. gestört ist.

Dies ist zum Beispiel bei Knochenmetastasen der Fall, kann aber auch andere Ursachen haben, z. B. eine Infektion oder ein Knochenbruch. Da die Knochenszintigraphie die zugrunde liegende Ursache nicht erkennt, wird sie bei neu entdeckten Prostatakarzinomen eher selten eingesetzt.

Für die Untersuchung wird dem Patienten zunächst eine schwach radioaktive Substanz in eine Armvene gespritzt. Diese Substanz lagert sich in den Knochenzellen an und zwar vermehrt dort, wo Metastasen den Knochen schädigen. Nach einer Wartezeit von zwei bis fünf Stunden wird mit einer speziellen Kamera eine Aufnahme des gesamten Körpers gemacht. Sie zeigt die Veränderungen im Knochenstoffwechsel an, die auf Knochenmetastasen hindeuten. Die Untersuchung ist schmerzlos, aber mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden.

Magnetresonanztomographie und Computertomographie

Aufnahme MRTAuf der Suche nach Lymphknotenmetastasen kommen auch Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) zum Einsatz. Die MRT verwendet keine Röntgenstrahlen, sondern starke magnetische Felder. Die Untersuchung ist schmerzlos, aber laut. Träger von Herzschrittmachern, Gelenkprothesen oder Ähnlichem sollten dies aus Sicherheitsgründen dem behandelnden Arzt unbedingt mitteilen, gleiches gilt für Patienten mit Granatsplittern.

Die CT basiert auf einer Röntgenuntersuchung aus verschiedenen Richtungen. Ein Computer verarbeitet die Informationen und erzeugt ein räumliches Bild. Auch diese Untersuchung ist schmerzlos, aber mit einer Strahlenbelastung verbunden. Die Enge der Röhre, in die der Patient liegt, kann als unangenehm empfunden werden.

MRT und CT eignen sich auch dazu, um Metastasen in anderen Organen, z. B. der Lunge, Leber und eher seltener im Gehirn zu erkennen.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Dosisplanung für eine Bestrahlungstherapie im Anschluss an die operative Entfernung der Prostata.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021