FUNKTION

Die Prostata bildet ein milchiges, leicht saures Sekret (pH-Wert 6,45), das etwa ein Viertel der Samenflüssigkeit ausmacht. Es fördert die Beweglichkeit der Spermien und verhindert, dass Samenzellen verklumpen.

Die Entwicklung, das Wachstum und die Funktionstüchtigkeit der Prostata werden über die männlichen Geschlechts- und Keimdrüsenhormone (Androgene) gesteuert, wobei das Hormon Testosteron die größte Bedeutung hat. Die für die Prostata relevanten Androgene werden überwiegend in den Hoden (Leydig-Zellen) und nur zu einem Zehntel in der Nebennierenrinde produziert. Sie aktivieren über spezielle Bindungsstrukturen (Rezeptoren) die Entwicklung und das Wachstum der Prostata. Bevor Testosteron an den Androgenrezeptor binden kann, muss allerdings seine Molekülstruktur leicht verändert werden. Dafür sorgt ein Enzym, die 5-alpha-Reduktase, die das Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. DHT bindet an den Androgenrezeptor und löst damit weitere Aktivierungsschritte aus, die das Zellwachstum in der Prostata anregen.

Steuerung im Regelkreis

Wie bei Hormonen häufig, werden auch die Androgene über komplizierte Regelkreise gesteuert. So regt ein im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) hergestelltes Hormon (LH) die Bildung von Testosteron in den Hoden an. Die LH-Produktion wird wiederum durch das Hormon LHRH des Zwischenhirns (Hypothalamus) gesteuert. Ganz ähnlich wie LH die Testosteronbildung in den Hoden anregt, reguliert das Hypophysenhromon FSH die Spermienbildung in den Hoden.

Testosteron, LHRH und LH sind Bestandteil eines negativen Rückkoppelungsmechanismus: Niedrige Spiegel des zirkulierenden Testosterons im Blut erhöhen die Abgabe von LHRH und damit auch die Produktion von LH. Dies führt wiederum zu einer erhöhten Produktion von Testosteron. Hohe Testosteronspiegel im Blut dagegen hemmen die LHRH-Freisetzung und damit die Produktion von LH und von Testosteron. Daneben können aber auch äußere Einflüsse(z.B. optische Reize) die LHRH-Ausschüttung des Hypothalamus und damit die Testosteronproduktion anregen.

In der Nebennierenrinde wird die Produktion von Androgenen durch ein anderes Hormon der Hirnanhangsdrüse, das ACTH, stimuliert. Die ACTH-Produktion wiederum wird ebenfalls hormonell gesteuert, nämlich über das Hypothalamus-Hormon CRH und das Nebennierenrindenhormon Cortisol im Blut.

LHRH Regelkreis

Letzte Aktualisierung: 03.05.2021